Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger e. V.

Wer die Vergangenheit kennt, ist für die Zukunft gewappnet.

 

 

Unser Verein stellt sich vor:

 

Ziel des Vereins ist die Erforschung und Publikation lokaler Zeitgeschichte und die Durchführung von Mahn- und Gedenkveranstaltungen. So findet alljährlich am 10. November ein Gedenken auf dem Platz der ehemaligen Bensheimer Synagoge (Bendheimplatz, Nibelungenstraße) statt mit einer anschließenden Veranstaltung zum Thema Verfolgung und Widerstand 1933 bis 1945. Um den 23. März erinnern wir ebenfalls alljährlich der Gestapomorde 1945 am Bensheimer Kirchberg mit einer Veranstaltung.

Die Geschichtswerkstatt trägt den Namen des von den Nazis zunächst in das KZ Osthofen verschleppten, später in verschiedenen Zuchthäusern und Lagern inhaftierten kommunistischen Widerstandskämpfers Jakob Kindinger. Als Barackenältester im Lager Buchenwald versteckte er noch kurz vor Ende des NS-Regimes jüdische Häftlinge unter dem Barackenfußboden und rettete ihnen so das Leben. Von 1952 bis 1960 war er Stadtverordneter in Bensheim.            

Vor 20 Jahren haben wir den Verein gegründet, aber uns gibt es schon insgesamt fast 40 Jahre: Im Jahr 1996 wandelten wir allerdings   den 1976/77 gebildeten Arbeitskreis "Gewerkschafter gegen Faschismus"  in einen eingetragenen Verein um.

Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger Gründung
Am 14. Juni 1996 wurde die Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger als gemeinnütziger Verein gegründet. (BA vom 17.06. 1996)

                                                                                                            

 

Gegen die Wiedergeburt des "Völkischen":

Wir unterstützen den Aufruf der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Hessen                                                                 

September 2016

Für die Ächtung völkischen Gedankengutes

Wir – die LAG Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit – setzen uns auf vielfältige Weise fachlich mit der Ideologie und den Ergebnissen der 12 Jahre dauernden Herrschaft des Nationalsozialismus auseinander. Auf Grundlage dieser Kompetenz ergreifen wir diese Initiative und rufen dazu auf, dieser Erklärung beizutreten:

„Völkisch“ ist nicht irgendein Adjektiv

Wer das „Völkische“ rehabilitieren will, dem muss unterstellt werden, faschistisches Gedankengut wieder salonfähig zu machen. Es ist die Anbiederung an die extreme Rechte. Es ist das Bemühen, mit jedem wiederbelebten Begriff aus der NS-Zeit auch ein Stück der Ideologie dieser Zeit in aktuellen Debatten zu verankern. Zuerst tauchte die „Lügenpresse“ wieder auf, dann die „Umvolkung“. Auch „Volksverräter“ gibt es schon wieder. Und nun die Forderung nach der Rehabilitierung des „Völkischen“ * ).

Damit wird unverhohlen versucht, Begriffe, die grundlegend für die NS-Ideologie stehen, im heutigen Sprachgebrauch zu etablieren. Das akzeptieren wir nicht!

Wir brauchen:

·  ein gemeinsames Plädoyer für die demokratischen Grund- und Menschenrechte,

·  eine wehrhafte, für die Unantastbarkeit des Gleichheitsgrundsatzes und der Menschenwürde eintretende Gesellschaft.

· eine parteiübergreifende Ächtung des völkischen Menschen- und Gesellschaftsbildes.

 

Lassen Sie uns gemeinsam dafür einstehen!

 

* ) Frauke Petry in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ am 10.09.2016 zu den Zielen AfD bei der Bundestagswahl 2017: „Sie habe ein Problem damit, „dass es bei der Ächtung des Begriffes ‚völkisch’ nicht bleibt, sondern der negative Beigeschmack auf das Wort ‚Volk’ ausgedehnt wird“. Der Begriff „völkisch“ sei letztlich „ein zugehöriges Attribut“ zum Wort „Volk“.

 

Den Begriff "völkisch" könne man nicht wertfrei benutzen, da es sich hier um einen ideologischen Schlüsselbegriff handele, erklärt  Prof. Johannes Hürter in der HNA.